
GEMEINDEPAVILLON DER CHRISTUSKIRCHE
KASSEL
Die Christuskirche und ihr Ensemble sind zu einer der schönsten Oasen in der Kultur christlich gelebter Gemeinschaft in Kassel geworden und verdienen aufgrund dieser Einmaligkeit besondere Beachtung und Reflexion konventioneller Stadtbaudeen.
Der wunderbare Baumbestand im Zusammenspiel mit der Christuskirche hat kompositorische Züge des englischen Landschaftsgartens und legt sinnfällig die Brücke zum nahegelegenen Bergpark Wilhelmshöhe. Der begehrte Wunsch der Gemeinde, Gottesdienst und Gemeindeleben an diesem einprägsamen Ort zu verbinden, bedarf einer sensiblen Betrachtung des Ortes im Zusammenhang der hier gestellten Bauaufgabe.
Es gilt also, die Christuskirche auch an der Landgraf-Karl-Straße zu etablieren und sie als Teil der straßenbegleitenden Bebauung zu akzeptieren, so wie auch die Häuser östlich entlang der Landgraf-Karl-Straße exakt die Flucht der Christuskirche aufgenommen haben. Aus dieser Betrachtung stellt sich der Entwurf von seiner stadträumlichen Position ebenfalls in die Flucht der gebauten Gebäude entlang der Landgraf-Karl-Straße.
Die Gebäudevolumen drehen sich aber geschickt in das Innere der grünen Oase und legen von hier den Blick auf den Ostchor in Richtung Luthereiche frei. Durch diese Positionierung des Pavillons gelang es, den alten Baumbestand zu erhalten und in die Konzeption der Freiraumplanung zu übernehmen.
Die funktionalen Zusammenhänge im Inneren des Gebäudes bieten gerade in der Verknüpfung der Säle mit dem Foyer maximale Flexibilität. Die äußere Erscheinung des Gebäudes wirkt wie eine gebaute Skulptur auf dem grünen Dreieck und steht semantisch nicht in Konkurrenz zur Christuskirche, sondern schafft durch diese Andersartigkeit ein ideales Bildpaar im Leben der Gemeinde Wilhelmshöhe/Wahlershausen.

LEISTUNG: Wettbewerb 1. Preis LP 1-9
BAUHERR: Gesamtverband der ev. Kirchengem. in Kassel
FERTIGSTELLUNG: 2002
